Girokonto wechseln – Schritt für Schritt zum neuen Konto

Aktualisiert: 2026-07-25 8 Min. Lesezeit

Viele Menschen bleiben ihrem Girokonto jahrelang treu – oft aus der Sorge, ein Wechsel sei kompliziert. Dabei ist der Kontowechsel heute gesetzlich geregelt und deutlich einfacher, als sein Ruf vermuten lässt. Wer ein besseres Konto findet, kann bei Kontoführung, Karten und Dispozins spürbar sparen, ohne den ganzen Aufwand selbst tragen zu müssen.

In diesem Ratgeber erklären wir, wie der gesetzliche Kontowechselservice funktioniert, wie Sie Daueraufträge, Lastschriften und Ihren Gehaltseingang umziehen und worauf Sie beim neuen Konto achten sollten. Außerdem zeigen wir, wie Sie einen Wechselbonus richtig bewerten und das alte Konto sauber auflösen.

Unser Anspruch bei NEXA24: Wir machen versteckte Bedingungen und Folgekosten sichtbar – vom Kleingedruckten beim Bonus bis zum Dispozins. So finden Sie ein Konto, das nicht nur beim Wechsel, sondern dauerhaft zu Ihnen passt.

Girokonten vergleichen
Vergleichen Sie Girokonten transparent – mit Kontoführung, Karten, Automatennetz und Dispozins auf einen Blick. NEXA24 zeigt Ihnen auch das Kleingedruckte.
Girokonto vergleichen

Der gesetzliche Kontowechselservice

Seit dem Zahlungskontengesetz sind Banken in Deutschland verpflichtet, einen Kontowechselservice anzubieten. Das bedeutet: Ihre alte und Ihre neue Bank arbeiten bei der Umstellung zusammen, statt Ihnen die gesamte Organisation allein zu überlassen. Der Service ist für Sie kostenfrei.

In der Praxis erteilen Sie der neuen Bank einen Auftrag zum Kontowechsel. Diese holt bei der bisherigen Bank die Informationen zu Ihren wiederkehrenden Zahlungen ein – also Daueraufträge und Lastschriften – und richtet sie auf dem neuen Konto ein. Auf Wunsch informiert die Bank auch Ihre Zahlungspartner, etwa Arbeitgeber und Versorger, über die neue Kontoverbindung.

Der Kontowechselservice nimmt Ihnen damit den größten Teil der Arbeit ab. Sie müssen nicht mehr jeden Vertragspartner einzeln anschreiben, sondern geben den Umzug gebündelt in Auftrag. Trotzdem lohnt es sich, den Prozess im Blick zu behalten und wichtige Zahlungen selbst zu kontrollieren.

  • Gesetzliche Grundlage: das Zahlungskontengesetz.
  • Alte und neue Bank unterstützen den Wechsel gemeinsam.
  • Der Kontowechselservice ist für Sie kostenfrei.
  • Auf Wunsch werden Zahlungspartner automatisch informiert.

So läuft der Wechsel Schritt für Schritt ab

Der Ablauf beginnt mit der Eröffnung des neuen Girokontos. Sobald das Konto aktiv ist, starten Sie den Kontowechselservice und legen fest, ab wann die Zahlungen umgestellt werden sollen. Anschließend werden Daueraufträge und Lastschriften auf das neue Konto übertragen.

Besonders wichtig sind drei Bereiche: Ihre Daueraufträge (etwa Miete oder Sparraten), Ihre Lastschriften (etwa Strom, Mobilfunk, Streamingdienste und Versicherungen) und Ihr Gehalts- oder Renteneingang. Für den Arbeitgeber oder die Rentenstelle geben Sie die neue Kontoverbindung an, damit Ihr Einkommen künftig auf dem neuen Konto landet.

Kontrollieren Sie in den ersten Wochen, ob alle Zahlungen tatsächlich umgestellt sind. Manche Zahlungspartner reagieren erst zum nächsten Abrechnungszyklus. Bis alles zuverlässig läuft, sollte auf dem alten Konto noch genügend Guthaben liegen, damit keine Lastschrift ins Leere läuft.

  • Neues Konto eröffnen und Kontowechselservice starten.
  • Daueraufträge übertragen: Miete, Sparraten und weitere feste Zahlungen.
  • Lastschriften umstellen: Strom, Mobilfunk, Versicherungen, Abos.
  • Gehalts- oder Renteneingang beim Arbeitgeber bzw. der Rentenstelle ändern.

Wechselbonus: attraktiv, aber genau prüfen

Viele Banken werben mit einem Wechsel- oder Neukundenbonus, um neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Eine solche Prämie ist ein netter Zusatz, sollte aber nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Ein einmaliger Bonus wiegt dauerhaft ungünstige Konditionen nicht auf.

Prüfen Sie die Bedingungen genau: Häufig ist der Bonus an Voraussetzungen geknüpft, etwa einen regelmäßigen Mindestgeldeingang, eine bestimmte Anzahl an Kartenzahlungen oder eine Mindestlaufzeit des Kontos. Wird eine Bedingung nicht erfüllt, kann die Prämie entfallen. Achten Sie außerdem auf den Zeitpunkt der Auszahlung.

Rechnen Sie den Bonus deshalb immer gegen die laufenden Kosten. Ein Konto mit hohem Bonus, aber teurer Kontoführung oder hohem Dispozins kann über die Jahre teurer sein als ein Konto ganz ohne Prämie mit besseren Grundkonditionen.

  • Bonus prüfen: an welche Bedingungen ist er geknüpft?
  • Typische Auflagen: Mindestgeldeingang, Kartennutzung, Mindestlaufzeit.
  • Einmalprämie gegen laufende Kosten aufrechnen.

Worauf Sie beim neuen Konto achten sollten

Bevor Sie wechseln, lohnt der genaue Blick auf die Konditionen des neuen Kontos. Der wichtigste Punkt ist die Kontoführung: Ist sie dauerhaft kostenlos oder nur unter Bedingungen wie einem monatlichen Mindestgeldeingang? Bedingungslos kostenlose Konten bieten hier die größte Planungssicherheit.

Ebenso wichtig sind die enthaltenen Karten und das Automatennetz. Prüfen Sie, ob eine Girocard, eine Debitkarte oder eine echte Kreditkarte dabei ist und wo Sie kostenlos Bargeld abheben können. Wer viel reist oder Mietwagen bucht, sollte auf eine echte Kreditkarte achten; wer häufig Bargeld benötigt, auf ein dichtes Automatennetz oder die Möglichkeit, an der Ladenkasse abzuheben.

Nicht zuletzt zählt der Dispozins. Wenn Sie das Konto gelegentlich überziehen, ist ein niedriger Dispozins bares Geld wert. Er ist unabhängig von der Kontoführungsgebühr und kann ein vermeintlich kostenloses Konto teuer machen.

  • Kontoführung: dauerhaft kostenlos oder an Bedingungen geknüpft?
  • Karten: Girocard, Debitkarte oder echte Kreditkarte im Paket?
  • Automatennetz: Wo können Sie kostenlos Bargeld abheben?
  • Dispozins: bei gelegentlicher Überziehung ein entscheidender Faktor.

Versteckte Bedingungen und der Dispozins

Der ehrlichste Blick auf ein Girokonto geht über die Werbung hinaus. Viele Angebote wirken auf den ersten Blick günstig, verlagern die Kosten aber an andere Stellen. Ein Konto kann etwa mit „0 Euro“ werben, diese Gebührenfreiheit aber an einen Mindestgeldeingang koppeln. Fällt Ihr Einkommen einmal niedriger aus, greift plötzlich die Grundgebühr.

Der größte versteckte Kostenfaktor ist häufig der Dispositionskredit. Wer sein Konto überzieht, zahlt Dispozinsen, die deutlich höher liegen als übliche Kreditzinsen. Überschreiten Sie sogar das eingeräumte Dispolimit, verlangen Banken für die geduldete Überziehung oft noch höhere Zinsen. Über ein Jahr betrachtet kann das mehr kosten als jede Grundgebühr.

Lesen Sie deshalb das Preis- und Leistungsverzeichnis, bevor Sie unterschreiben. Achten Sie auf Gebühren für Bargeldabhebungen, für Papierüberweisungen, für die Kreditkarte und auf die Höhe des Dispozinses. Genau diese Punkte machen wir bei NEXA24 transparent, damit Sie nicht von Folgekosten überrascht werden.

  • „0 Euro“ oft nur bei Mindestgeldeingang – Bedingungen prüfen.
  • Dispozins meist deutlich höher als übliche Kreditzinsen.
  • Geduldete Überziehung über das Limit kann noch teurer sein.
  • Preis- und Leistungsverzeichnis vor dem Wechsel lesen.

Altes Konto richtig auflösen und Timing beachten

Der häufigste Fehler beim Kontowechsel ist es, das alte Konto zu früh zu schließen. Lassen Sie eine Überschneidung zu: Halten Sie das alte Konto so lange offen, bis alle wiederkehrenden Zahlungen zuverlässig über das neue Konto laufen. So verhindern Sie, dass eine Lastschrift oder ein Gehaltseingang ins Leere läuft.

Ein Zeitraum von einigen Wochen bis zu wenigen Monaten ist in der Regel sinnvoll, weil manche Zahlungspartner erst zum nächsten Abrechnungszyklus umstellen. Prüfen Sie in dieser Phase regelmäßig beide Kontoauszüge und stellen Sie sicher, dass auf dem alten Konto keine offenen Beträge oder Gebühren mehr auflaufen.

Erst wenn alle Zahlungen sauber umgestellt sind, kündigen Sie das alte Konto schriftlich. Achten Sie darauf, ein eventuelles Restguthaben auf das neue Konto überweisen zu lassen, und widerrufen Sie nicht mehr benötigte Einzugsermächtigungen. Damit ist der Wechsel vollständig abgeschlossen.

  • Altes Konto erst schließen, wenn alle Zahlungen umgestellt sind.
  • Überschneidung von einigen Wochen einplanen.
  • Beide Kontoauszüge in der Übergangszeit kontrollieren.
  • Restguthaben übertragen und die alte Kündigung schriftlich einreichen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert der gesetzliche Kontowechselservice?

Nach dem Zahlungskontengesetz muss Ihre neue Bank einen Kontowechselservice anbieten. Sie holt bei der alten Bank die Daten zu Daueraufträgen und Lastschriften ein, richtet sie auf dem neuen Konto ein und informiert auf Wunsch Ihre Zahlungspartner über die neue Verbindung. Der Service ist für Sie kostenfrei.

Wie lange dauert ein Kontowechsel?

Die eigentliche Umstellung über den Kontowechselservice ist meist innerhalb weniger Wochen erledigt. Da manche Zahlungspartner erst zum nächsten Abrechnungszyklus reagieren, sollten Sie das alte Konto einige Wochen bis wenige Monate parallel laufen lassen, bis alle wiederkehrenden Zahlungen zuverlässig umgestellt sind.

Muss ich meinen Arbeitgeber selbst über die neue Kontoverbindung informieren?

Auf Wunsch übernimmt der Kontowechselservice die Benachrichtigung Ihrer Zahlungspartner, auch des Arbeitgebers. Wir empfehlen dennoch, den geänderten Gehaltseingang selbst zu kontrollieren und der Lohnbuchhaltung die neue Kontoverbindung zur Sicherheit direkt mitzuteilen, damit Ihr Gehalt pünktlich auf dem neuen Konto ankommt.

Ist ein Wechselbonus ein gutes Argument für ein Konto?

Ein Bonus ist ein netter Zusatz, aber kein Ersatz für gute Grundkonditionen. Prüfen Sie die Bedingungen wie Mindestgeldeingang oder Mindestlaufzeit und rechnen Sie den einmaligen Bonus gegen laufende Kosten wie Kontoführung und Dispozins. Ein Konto mit besseren Dauerkonditionen ist langfristig oft günstiger.

Wann sollte ich mein altes Girokonto auflösen?

Erst dann, wenn alle wiederkehrenden Zahlungen zuverlässig über das neue Konto laufen. Lassen Sie eine Überschneidung von einigen Wochen zu, kontrollieren Sie beide Kontoauszüge und übertragen Sie ein Restguthaben. Danach kündigen Sie das alte Konto schriftlich und widerrufen nicht mehr benötigte Einzugsermächtigungen.

Worauf sollte ich beim Dispozins achten?

Der Dispozins ist unabhängig von der Kontoführungsgebühr und meist deutlich höher als übliche Kreditzinsen. Wenn Sie Ihr Konto gelegentlich überziehen, kann ein hoher Dispozins ein vermeintlich kostenloses Konto teuer machen. Vergleichen Sie ihn deshalb genauso sorgfältig wie die monatlichen Grundkosten.

Girokonten vergleichen
Vergleichen Sie Girokonten transparent – mit Kontoführung, Karten, Automatennetz und Dispozins auf einen Blick. NEXA24 zeigt Ihnen auch das Kleingedruckte.
Girokonto vergleichen

Weitere Ratgeber