Heizkosten sparen: Wirksame Maßnahmen und der richtige Gastarif

Aktualisiert: 2026-07-25 9 Min. Lesezeit

Das Heizen ist in den meisten Haushalten der mit Abstand größte Energieposten. Wer hier ansetzt, spart deutlich mehr als bei Beleuchtung oder Elektrogeräten. Die gute Nachricht: Ein spürbarer Teil der Heizkosten lässt sich ohne Investition und ohne Komfortverlust senken, allein durch richtiges Heizen und Lüften sowie durch eine bewusst gewählte Raumtemperatur.

Dieser Ratgeber verbindet zwei Hebel, die zusammengehören. Auf der einen Seite steht das eigene Verhalten und die Einstellung der Heizung, mit der Sie den Verbrauch senken. Auf der anderen Seite steht der Preis je Kilowattstunde, den Sie über die Wahl des Tarifs beeinflussen. Denn wer sein Gas noch über den örtlichen Grundversorger bezieht, zahlt in aller Regel mehr als nötig.

Ehrlich bleibt der Rat nur, wenn beide Seiten zusammenkommen. Sparmaßnahmen senken die verbrauchte Menge, ein besserer Tarif senkt den Preis pro Einheit. Und beim Tarif zählt nicht der einmalige Bonus, sondern der Preis nach dem Aktionsjahr. Wir zeigen Ihnen beide Wege und worauf Sie dabei achten sollten.

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Richtig heizen und lüften: Stoßlüften statt Kippstellung

Die häufigste vermeidbare Verschwendung entsteht durch dauerhaft gekippte Fenster. Ein gekipptes Fenster tauscht die Luft nur langsam, kühlt dafür aber die Wände rund um die Öffnung dauerhaft aus. Diese ausgekühlten Flächen müssen anschließend wieder aufgeheizt werden, was viel Energie kostet. Weitaus wirksamer ist das Stoßlüften: Fenster mehrmals täglich für einige Minuten weit öffnen, am besten quer durch die Wohnung, damit die feuchte Luft schnell gegen frische ausgetauscht wird, ohne die Bausubstanz auszukühlen.

Drehen Sie die Thermostatventile während des Lüftens herunter, damit die Heizung nicht gegen das offene Fenster anheizt. Achten Sie außerdem darauf, dass Heizkörper frei stehen. Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen vor dem Heizkörper stauen die Wärme und verhindern, dass sie in den Raum gelangt. Regelmäßiges kurzes Lüften beugt zugleich Feuchtigkeit und Schimmel vor, was gerade in gut abgedichteten Wohnungen wichtig ist.

  • Stoßlüften: mehrmals täglich einige Minuten weit öffnen, idealerweise mit Durchzug.
  • Fenster nicht dauerhaft kippen, das kühlt die Wände aus und verschwendet Wärme.
  • Während des Lüftens die Thermostatventile herunterdrehen.
  • Heizkörper frei halten, keine Möbel oder Vorhänge davor.

Thermostatstufen verstehen und die Nachtabsenkung nutzen

Viele Menschen deuten die Zahlen am Thermostatventil als Intensität, mit der die Heizung arbeitet. Tatsächlich stehen die Stufen für eine Zieltemperatur des Raumes. Ist diese erreicht, regelt das Ventil selbstständig ab. Die Stufe ganz aufzudrehen heizt den Raum deshalb nicht schneller auf, sondern nur auf eine höhere Endtemperatur. Wählen Sie stattdessen die Stufe, die zur gewünschten Raumtemperatur passt, und lassen Sie das Ventil seine Arbeit tun.

In den Nachtstunden und bei längerer Abwesenheit lohnt eine Absenkung der Temperatur. Diese Nachtabsenkung reduziert den Verbrauch, ohne dass die Räume vollständig auskühlen. Wichtig ist, die Heizung nicht komplett abzuschalten, denn ein vollständig ausgekühlter Raum verbraucht beim erneuten Aufheizen mehr, als eine maßvolle Absenkung einspart. Programmierbare oder smarte Thermostate übernehmen diese Absenkung automatisch nach einem Zeitplan und sorgen dafür, dass es morgens rechtzeitig wieder warm ist.

  • Thermostatstufen sind Zieltemperaturen, keine Geschwindigkeit.
  • Voll aufdrehen heizt nicht schneller, nur auf eine höhere Endtemperatur.
  • Nachts und bei Abwesenheit maßvoll absenken, aber nicht ganz abschalten.
  • Programmierbare Thermostate erledigen die Absenkung automatisch.

Raumtemperatur: Jedes Grad weniger senkt den Verbrauch

Die Raumtemperatur ist der wirkungsvollste Stellhebel überhaupt. Als Erfahrungswert gilt, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur den Heizenergieverbrauch um rund sechs Prozent verringert. Schon eine Absenkung um ein bis zwei Grad macht sich damit deutlich bemerkbar, ohne dass die Wohnung ungemütlich wird.

Sinnvoll ist es, die Temperatur nach Nutzung der Räume zu staffeln. Wohn- und Aufenthaltsräume dürfen wärmer sein, während Schlafzimmer und selten genutzte Räume kühler bleiben können. Halten Sie die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen, damit warme und kühle Luft sich nicht vermischen und feuchte Luft nicht in kalte Räume zieht. So heizen Sie gezielt dort, wo Sie die Wärme wirklich brauchen.

  • Faustregel: rund sechs Prozent weniger Verbrauch je Grad niedrigerer Raumtemperatur.
  • Temperatur nach Raumnutzung staffeln, statt überall gleich hoch zu heizen.
  • Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen halten.

Heizung optimieren: Entlüften und hydraulischer Abgleich

Auch die Technik selbst bietet Sparpotenzial. Gluckert oder rauscht ein Heizkörper und wird nicht mehr gleichmäßig warm, hat sich Luft im System gesammelt. Das Entlüften der Heizkörper ist eine einfache Maßnahme, die Sie mit einem Entlüftungsschlüssel und einem Gefäß selbst erledigen können. Danach wird der Heizkörper wieder auf ganzer Fläche warm und die Wärme kommt effizienter im Raum an.

Aufwendiger, aber sehr wirksam ist der hydraulische Abgleich. Dabei stellt eine Fachkraft die Heizungsanlage so ein, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge erhält, die er benötigt. Ohne diesen Abgleich werden Heizkörper nahe am Kessel oft überversorgt, während weiter entfernte Räume nicht richtig warm werden. Ein hydraulischer Abgleich sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, senkt den Verbrauch und verbessert den Komfort. Er wird häufig im Zusammenhang mit dem Austausch oder der Wartung der Heizung durchgeführt.

  • Gluckernde oder ungleichmäßig warme Heizkörper deuten auf Luft im System hin.
  • Entlüften ist einfach selbst zu erledigen und stellt die volle Heizfläche wieder her.
  • Der hydraulische Abgleich verteilt die Wärme gleichmäßig und senkt den Verbrauch.
  • Für den Abgleich ist eine Fachkraft nötig, oft im Zuge einer Wartung.

Gasverbrauch senken und die Nebenkostenabrechnung prüfen

Wenn Sie mit Gas heizen, schlagen sich alle Verbrauchsmaßnahmen unmittelbar in Kilowattstunden nieder. Ihr Gasverbrauch steht auf der Jahresabrechnung; behalten Sie ihn über die Jahre im Blick, um Erfolge und Ausreißer zu erkennen. Neben dem Heizverhalten wirken auch bauliche Punkte wie das Abdichten zugiger Fenster und Türen oder das Dämmen freiliegender Heizungsrohre im Keller, die sonst Wärme auf dem Weg zum Heizkörper verlieren.

Wer zur Miete wohnt, sollte die jährliche Betriebs- und Nebenkostenabrechnung sorgfältig prüfen. Kontrollieren Sie die abgelesenen Zählerstände, den Abrechnungszeitraum und den angesetzten Verteilerschlüssel für die Heizkosten. Fehler in Nebenkostenabrechnungen sind nicht selten. Sie haben das Recht, Einsicht in die zugrunde liegenden Belege zu nehmen, und können der Abrechnung innerhalb der gesetzlichen Frist widersprechen, wenn Ihnen etwas unschlüssig erscheint. So stellen Sie sicher, dass Sie nur für den tatsächlich angefallenen Verbrauch zahlen.

  • Gasverbrauch in kWh über die Jahre verfolgen, um Erfolge und Ausreißer zu erkennen.
  • Zugige Fenster und Türen abdichten, freiliegende Heizungsrohre dämmen.
  • Nebenkostenabrechnung auf Zählerstände, Zeitraum und Verteilerschlüssel prüfen.
  • Bei Zweifeln Belegeinsicht verlangen und fristgerecht widersprechen.

Der oft übersehene Hebel: den Gasanbieter wechseln

Alle bisherigen Maßnahmen senken die verbrauchte Menge. Der Preis je Kilowattstunde bleibt davon unberührt, und genau hier liegt ein häufig übersehener Hebel. Wer noch nie aktiv den Gasanbieter gewechselt hat, bezieht sein Gas fast immer über den örtlichen Grundversorger. Dessen Tarif ist wegen der allgemeinen Lieferpflicht und der eingepreisten Beschaffungsrisiken in aller Regel teurer als ein regulärer Wechseltarif.

Der Wechsel selbst ist unkompliziert und gesetzlich abgesichert. Das Gas fließt lückenlos über dasselbe Netz weiter, es ändert sich nur, wer Ihnen die Rechnung schickt. Der neue Anbieter übernimmt meist die Kündigung beim bisherigen Versorger und die gesamte Abwicklung. Kombiniert man beides, also einen niedrigeren Verbrauch durch sparsames Heizen und einen niedrigeren Preis durch einen besseren Tarif, ergibt sich die größte Ersparnis.

  • Sparmaßnahmen senken die Menge, der Tarif senkt den Preis je Kilowattstunde.
  • Der Grundversorger ist meist teurer als ein regulärer Wechseltarif.
  • Der Wechsel läuft ohne Versorgungslücke, der neue Anbieter wickelt ihn ab.
  • Größter Effekt: weniger Verbrauch und ein günstigerer Tarif zusammen.

Ehrlich sparen: der Preis nach dem Aktionsjahr

Beim Tarifwechsel gilt eine ehrliche Faustregel: Nicht der einmalige Bonus entscheidet über die Ersparnis, sondern der Preis nach dem Aktionsjahr. Viele Gastarife werben mit einem Neukunden- oder Sofortbonus, der den effektiven Preis im ersten Jahr senkt. Dieser Bonus wird jedoch nur einmal gutgeschrieben. Wer danach nicht erneut wechselt, zahlt den regulären Grund- und Arbeitspreis, der oft deutlich über dem beworbenen Erstjahrespreis liegt.

Behalten Sie deshalb zwei Zahlen im Blick: den Erstjahrespreis mit Bonus und den Folgepreis ohne Bonus. Ein Angebot, das im ersten Jahr wie ein Schnäppchen aussieht, kann im zweiten Jahr teurer sein als ein solider Tarif mit niedrigem Grundpreis und kleinerem Bonus. Am besten betrachten Sie den Tarifwechsel als jährliche Routine: Notieren Sie das Ende der ersten Vertragsperiode und prüfen rechtzeitig einen erneuten Wechsel. So sichern Sie sich echte Ersparnisse über mehrere Jahre, statt nach dem Aktionsjahr in einen teuren Folgetarif zu rutschen.

  • Der Bonus wirkt nur einmal, danach zählt der reguläre Preis.
  • Immer Erstjahrespreis und Folgepreis ohne Bonus gegenüberstellen.
  • Den Tarifwechsel als jährliche Routine einplanen.

Häufige Fragen

Wie viel spart jedes Grad weniger Raumtemperatur?

Als Erfahrungswert gilt, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur den Heizenergieverbrauch um rund sechs Prozent verringert. Schon eine Absenkung um ein bis zwei Grad ist deshalb deutlich spürbar, ohne dass die Wohnung ungemütlich wird. Staffeln Sie die Temperatur zusätzlich nach Raumnutzung.

Warum ist Stoßlüften besser als ein gekipptes Fenster?

Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht die Luft nur langsam aus und kühlt dabei die umliegenden Wände aus, die anschließend wieder aufgeheizt werden müssen. Stoßlüften, also mehrmals täglich einige Minuten weit öffnen, wechselt die Luft schnell, ohne die Bausubstanz auszukühlen.

Was bringt ein hydraulischer Abgleich?

Beim hydraulischen Abgleich stellt eine Fachkraft die Heizung so ein, dass jeder Heizkörper genau die benötigte Wassermenge erhält. Das sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, verhindert überversorgte und unterversorgte Räume und senkt den Verbrauch bei besserem Komfort.

Sollte ich die Heizung nachts komplett abschalten?

Nein. Eine maßvolle Nachtabsenkung spart Energie, ohne die Räume vollständig auskühlen zu lassen. Ein komplett ausgekühlter Raum verbraucht beim erneuten Aufheizen mehr, als das vollständige Abschalten einspart. Programmierbare Thermostate übernehmen die Absenkung automatisch.

Lohnt sich ein Anbieterwechsel zusätzlich zum Energiesparen?

Ja. Sparmaßnahmen senken die verbrauchte Menge, ändern aber nichts am Preis je Kilowattstunde. Wer noch beim Grundversorger ist, zahlt meist mehr als nötig. Ein Wechsel in einen regulären Tarif senkt den Preis, und beide Hebel zusammen ergeben die größte Ersparnis.

Worauf muss ich bei der Nebenkostenabrechnung achten?

Prüfen Sie die abgelesenen Zählerstände, den Abrechnungszeitraum und den Verteilerschlüssel für die Heizkosten. Fehler kommen vor. Sie dürfen Einsicht in die Belege verlangen und der Abrechnung innerhalb der gesetzlichen Frist widersprechen, wenn Ihnen etwas unschlüssig erscheint.

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Sie heizen bereits sparsam? Dann senken Sie zusätzlich den Preis je Kilowattstunde. Vergleichen Sie Gastarife und sehen Sie nicht nur den rabattierten Erstjahrespreis, sondern auch den ehrlichen Folgepreis nach dem Aktionsjahr.
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